Depressive Störungen

Die Depression ist eine psychische Störung, die häufig in der Bevölkerung vorkommt (ca. 17%) und durch Zustände psychischer Niedergeschlagenheit als Leitsymptom charakterisiert ist. In der Depression ist der Mensch als Ganzes betroffen und beeinträchtigt in seinem Fühlen, Denken, Verhalten, seinem Körper und in seinen Beziehungen.

Je nach Art und Schwere der depressiven Störung sind die Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt. Die Depression zeigt sich meist auf vier Ebenen:

  1. Stimmungsebene:
    Durch deutlich gedrückte Stimmung, anhaltende Traurigkeit, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Ängste, Freudlosigkeit, ein Nicht-Fühlen-Können, Wertlosigkeitsgefühle, Schuldgefühle, Sinnleere
  2. Körperliche Ebene:
    Erschöpfung, Müdigkeit, Antriebsschwäche, Appetitmangel, Gewichtsverlust (oder –zunahme), Übelkeit, Verspannungen, Schmerzen, Schlafstörungen  und weitere körperliche Symptome
  3. Ebene des Denkens:
    Konzentrationsschwäche, Merkfähigkeitsstörungen, negatives Gedankenkreisen ohne Lösung, Grübelzwang, Pessimismus, Todesgedanken.
  4. Verhaltens- und Beziehungsebene
    Rückzug von Interessen, Hobbies, Freunden und Bezugspersonen, Abfall der Leistungsfähigkeit, suizidale Handlungen

Die Symptome der Depression sind nicht mit der Willenskraft des Menschen zu verändern. So ist es besonders wichtig, diese Symptome dem Hausarzt, Facharzt für Psychiatrie oder dem Psychotherapeuten mitzuteilen und sich beraten zu lassen, welche Behandlungsform für den Betroffenen in Frage kommt.

In der SANIMA-Klinik ist die Depression der häufigste Grund für eine stationäre Behandlung. Die SANIMA-Klinik verfügt über große Erfahrung in der Behandlung von Menschen mit depressiven Störungen unterschiedlicher Art und Ausprägung.

Die Herausnahme aus dem häuslichen Umfeld, die Reizabschirmung von den Pflichten des Berufs oder in der Familie im stationären, beschützenden Rahmen schafft Erleichterung. Der Betroffene ist so einer umfassenden Therapie zugänglich. Die Kombination einer Behandlung mit antidepressiv wirksamen Medikamenten und einer stationären Psychotherapie erweist sich meist als besonders wirksam.

Angststörungen

(Panikstörungen, Agoraphobie, Generalisierte Angststörung, Soziale und andere Phobien)

Angst in zunächst ein überlebenswichtiges Grundgefühl, welches sich in bedrohlich empfundenen Situationen zeigt.

In Abgrenzung zur Angst als Grundgefühl entwickelt sich bei der Angststörung eine Verselbständigung der natürlichen Angstreaktion. Angst tritt auch in objektiv nicht bedrohlichen, doch subjektiv angstvoll erlebten Situationen auf.

In der Angststörung entwickeln Menschen Angstsymptome auf verschiedenen Ebenen:

  1. Angstpatienten nehmen Situationen durch Vorerfahrungen als bedrohlich wahr, die objektiv nicht bedrohlich sind.
  2. Die körperliche Angstreaktion des Patienten zeigt sich in erhöhter Aufmerksamkeit, erhöhter Muskelspannung, erhöhter Herzfrequenz und Blutdruck, flacherer Atmung, Schwitzen, Zittern, „weichen Knie“, Schwindelgefühl, Übelkeit, Atemnot etc.
  3. Der Angstpatient vermeidet Situationen, die er als angstauslösend und bedrohlich bewertet und entwickelt eine Erwartungsangst (Angst vor der Angst).
  4. Der Betroffene ist durch die Erwartungsangst und die Vermeidung von angstauslösenden Situationen zunehmend in seiner Alltagsgestaltung eingeschränkt.

Angststörungen sind weitverbreitete psychische Störungen. Sie treten als wiederkehrende Panikattacken (Panikstörung), als Angst vor dem Bewegen in der Öffentlichkeit, vor Autofahren, Fahren mit öffentlichen Verkehrsmittel, vor Anstehen an Kassenschlangen, vor dem Aufenthalt in Menschenmengen und großen Gebäuden etc. (Agoraphobie) zutage. Bei der Generalisierten Angststörung besteht eine anhaltende Sorge und Angst, die nicht an bestimmte Situationen gebunden sein muss, sondern eine Vielzahl von dauerhaften übermäßig ausgeprägten Befürchtungen und Sorgen beinhalten kann. Menschen mit einer sozialen Phobie befürchten ständig die Bewertung anderer Menschen. Angstreaktionen können z.B. beim Essen mit anderen oder beim Sprechen vor anderen auftreten. Die Betroffenen haben in der Regel ein niedriges Selbstwertgefühl uns ständige Furcht vor Kritik.

Daneben gibt es eine Reihe von spezifischen Phobien, wie die Höhenphobie, die Klaustrophobie (Angst vor geschlossenen Räumen), Flugphobie (Angst vor Flügen mit Flugzeugen), Zahnarztphobie, Spritzenphobie, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken kann.

In der SANIMA Klinik kommen verschiedene Verfahren zur Behandlung der Angststörungen zum Einsatz. Eine der wichtigsten Methoden ist die Reizkonfrontationstherapie (Expositionstherapie) mit Reaktionsmanagement, in der der Patient nach hinreichender Aufklärung durch nachhaltige Übungen lernt, seine Ängste zu bewältigen und zu einer normalisierten Lebensgestaltung zurückzufinden.

Zwangsstörungen

Wesentliche Merkmale der Zwangsstörung sind wiederkehrende Zwangshandlungen und Zwangsgedanken. Zwangsgedanken sind z.B. Vorstellungen, dass Bereiche des Alltags mit krankmachenden Keimen oder Schmutz verunreinigt sind. Oder der Betroffene hat quälende Gedanken, irgendetwas Unkontrolliertes tun zu müssen, oder Ideen, die ihn immer wiederkehrend beschäftigen. Zwangshandlungen oder –rituale sind Verhaltensweisen, die ursprünglich Schaden abwenden sollten, im weiteren Verlauf jedoch ständig wiederholt werden müssen (Kontrollzwang, Händewaschzwang oder Putzzwang). Auch das zwanghafte Sammeln von Gegenständen zählt hierzu. Der Betroffene versucht gegen die Zwänge anzugehen, schafft es jedoch nicht, diese Gedanken oder Handlungen zu unterlassen. Angstsymptome und eine hohe innere Anspannung begleiten die Zwänge.

In der SANIMA Klinik ist ein wesentliches Therapieelement ähnlich wie in der Angstbehandlung die Reizkonfrontation mit Reaktionsmanagement. Der Betroffene lernt mit intensiver therapeutischer Begleitung durch individuell erstellte Übungen seine Zwänge zu bewältigen und zu überwinden.

Der Patient lernt durch die stationäre Therapie, sich seinen Lebensraum zurückerobern und wieder Lebensqualität zu gewinnen.

Anpassungsstörungen und Erschöpfungszustände

(u.a. Burnout)

Kritische Lebensereignisse (z.B. Trennung, berufliche Konflikte etc.) oder ungewohnte, anhaltende Belastungen im Leben rufen Stressreaktionen hervor, die bei fehlenden Bewältigungsmöglichkeiten zu Anpassungsstörungen oder Erschöpfung („Burn-out“) führen können. Symptome wie Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, körperliche Reaktionen und Ängste sind Ausdruck dieser Störung, die Betroffene nicht mehr ohne fachgerechte Hilfe bewältigen können.

In der SANIMA Klinik kann der Betroffene mithilfe eines umfassenden Behandlungskonzepts eine Genesung der Symptome, eine Bearbeitung der erlebten Belastungen wie auch das Finden einer neuen Perspektive erfahren. Wesentlich in der Behandlung der SANIMA Klinik ist, dass der Patient nach einer ausreichenden Stabilisierungsphase Zugang zu sich und seinen Ressourcen findet. Der Patient lernt sich in seinem weiteren Weg wahrzunehmen und einen anderen Umgang mit Belastungen des Lebens zu finden.

Essstörungen

Anorexie, Bulimie

Den Essstörungen gemeinsam ist eine übermäßige und andauernde Beschäftigung mit Essen, Hungern und Gewicht.

Bei der Anorexie als Essstörung stehen der absichtlich herbeigeführte Gewichtsverlust und das anhaltend niedrige Gewicht mit oft lebensbedrohlichen Folgen im Vordergrund. Die Symptome der Bulimie umfassen eine ständige Beschäftigung mit Essen, eine unwiderstehliche Gier nach Nahrungsmitteln, Essattacken mit großen Mengen verschlungener Nahrung und das anschließende Gegensteuern mit Erbrechen, Missbrauch von Abführmitteln, Appetitzüglern oder anderen Mitteln und zeitweiligen Hungerperioden.

In der stationären Behandlung von Menschen mit Essstörungen wird in der SANIMA Klinik sowohl an der Symptomatik wie auch an den tieferliegenden Ursachen der Essstörung gearbeitet. Die betroffenen Patienten schließen einen Behandlungsvertrag ab, indem die Ziele der Behandlung, dabei auch das Zielgewicht und die wöchentlichen Schritte dahin festgelegt werden. Der Patient wird therapeutisch eng begleitet bei der Bewältigung der Schwierigkeiten und Konflikten, die in der Umsetzung dieses Behandlungsvertrags naturgemäß auftreten. Ebenso im Blickfeld ist die Körperschemastörung, die psychotherapeutisch und in den verschiedenen Fachtherapien bearbeitet wird.  Die zweite therapeutische Ebene ist die der Beziehungsanalyse und Konfliktbearbeitung. Häufig werden im Verlauf der Behandlung auch Bezugspersonen der Patientin in die Bearbeitung miteinbezogen.

Ziel der Behandlung von Essstörungen in der SANIMA Klinik ist die Normalisierung der Lebensgestaltung inklusive Essen und Gewicht und der Aufbau von gesunden Bewältigungsmechanismen.

Posttraumatische Belastungsstörungen

Posttraumatische Belastungsstörungen entstehen als verzögerte Reaktion auf ein massiv belastendes Ereignis oder eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung. Hierzu gehören die Erfahrung von Missbrauchserlebnissen, Unfällen, Gewalterfahrungen, sexueller Gewalt, Kampfhandlungen oder kriegerischen Ereignissen, die Erfahrung von Folter, Terrorismus oder anderer Verbrechen ebenso wie die Erfahrung von Naturkatastrophen oder anderer Katastrophen. Traumatisierend kann es auch sein, Zeuge einer schlimmen Erfahrung anderer Menschen zu werden.

Typische Merkmale sind das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Flashbacks) und ein anhaltendes Gefühl von emotionaler Stumpfheit, Betäubtsein, Teilnahmslosigkeit gegenüber anderen Menschen sowie eine Vermeidung von Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten. Gleichzeitig treten ein anhaltender Zustand von Übererregtheit, übermäßiger Schreckhaftigkeit und Schlafstörungen auf.

Der Patient mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung erfährt in der SANIMA Klinik zunächst Schutz, Abschirmung und eine Stabilisierung der psychovegetativen Funktionen. Der Patient lernt als zentralen Fokus seine innere Stabilität wiederzufinden und zu stärken. Wesentlich in der Behandlung mit Traumapatienten ist die therapeutische Vermittlung von Fähigkeiten der emotionalen Selbstregulation. Der Patient lernt mithilfe von Distanzierungs- und Stabilisierungstechniken, mit den Erinnerungen an das Trauma so umgehen zu können, dass er davon im Alltagsleben nicht mehr beeinträchtigt ist. Gleichzeitig werden heilsame Ressourcen des Menschen in der Therapie entdeckt, gefördert oder wiederbelebt.

Bei Menschen, die schwere Traumatisierungen in der Kindheit erfahren haben, werden grundsätzliche Aspekte des Selbstkonzepts und der inneren Struktur heilsam gefördert.

Ziel der Behandlung des Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung in der SANIMA Klinik ist es, dass der Betroffene mit der Erfahrung des Traumas so leben kann, dass ein selbstbestimmtes Leben ohne gravierende Einschränkungen möglich ist.

Persönlichkeitsstörungen

(u.a. Borderline Störung, narzisstische Störung)

Persönlichkeitsstörungen umfassen tief verwurzelte, anhaltende Verhaltens- und Einstellungsmuster, die deutlich abweichen von der Mehrheit der betreffenden Bevölkerungsgruppe. Es handelt sich um starre Reaktionen in unterschiedlichen Lebenslagen. Wahrnehmen, Denken, Fühlen und Beziehungsgestaltung der betroffenen Menschen spielt sich in bestimmten, umgrenzten Mustern ab. Diese Muster sind stabil und gehen häufig mit persönlichen Leidenszuständen des Betroffenen und/oder seiner Bezugspersonen einher. Die Leistungs- und Bindungsfähigkeit der Betroffenen kann bei Persönlichkeitsstörungen stark beeinträchtigt sein.

U.a. werden folgende Persönlichkeitsstörungen in der SANIMA Klinik mitbehandelt:

  • die narzisstische Persönlichkeitsstörung
  • die abhängige Persönlichkeitsstörung
  • die schizoide Persönlichkeitsstörung
  • die zwanghafte Persönlichkeitsstörung
  • die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung
  • die histrionische (hysterische) Persönlichkeitsstörung
  • die emotional instabile Persönlichkeitsstörung, u.a. die Borderline-Persönlichkeitsstörung

Im Falle der Borderline-Persönlichkeitsstörung geht die SANIMA-Klinik auf die Besonderheiten dieser Störung mit einem wissenschaftlich entwickelten Behandlungskonzept aus der Kognitiven Verhaltenstherapie ein (Skillstraining, DBT).

Hinsichtlich der Therapie der übrigen genannten Persönlichkeitsstörungen verfügt die SANIMA Klinik über einen großen, wissenschaftlich fundierten Erfahrungsschatz, um die Leidenszustände und Eigenheiten bei der jeweiligen Persönlichkeitsstörung in die Vereinbarung der Therapieziele und in die therapeutische Umsetzung miteinzubeziehen.

Unabhängig von zusätzlich vorliegenden Störungsbildern und Beschwerden der Patienten berücksichtigt die SANIMA Klinik stets die vorliegende Persönlichkeitsstruktur, -störung und die dadurch entstandenen Einengungen des Menschen. Der Patient mit einer Persönlichkeitsstörung wird in der Psychotherapie motiviert, sich mit der Entstehung seiner Struktur, seinen darunterliegenden Bedürfnissen und Konflikten auseinanderzusetzen, diese anzunehmen und gleichzeitig weniger schädigende Lösungen in seinen Verhaltensmustern zu finden.

Eine zentrale Rolle in der Therapie von Menschen mit Persönlichkeitsstörungen spielt die Arbeitsbeziehung zum Bezugstherapeuten. Diese ist Projektionsfläche und gleichzeitig Therapieraum für den persönlichkeitsgestörten Menschen.

Ziel der strukturbezogenen Psychotherapie in der SANIMA Klinik ist es, seine eigene Persönlichkeitsstruktur bzw. –störung möglichst gut zu kennen, ausbalancieren zu lernen und mehr Autonomie in der Alltagsgestaltung angesichts der eigenen Struktur zu erlangen.

Manisch-depressive Erkrankungen

(Bipolare Störung)

Die Bipolare Störung ist charakterisiert durch das wiederholte Auftreten sowohl depressiver wie auch manischer (hypomanischer) Krankheitsepisoden. In beiden Arten von Krankheitsepisoden sind Stimmung und Aktivitätsniveau deutlich gestört.

Symptome einer manischen (oder hypomanischen) Episode sind:

  • die deutlich gehobene, situationsinadäquate Stimmung, die heiter sorglosen,  euphorischen oder auch gereizten Charakter haben kann,
  • der vermehrte Antrieb verbunden mit Überaktivität, Geschäftigkeit, extremer Rededrang, Distanzlosigkeit im Kontakt, teilweise sexueller Überaktivität,
  • das verminderte Schlafbedürfnis bis hin zu Schlaflosigkeit in der Nacht  ohne Müdigkeitserscheinungen am Tag,
  • die starke Ablenkbarkeit in Wahrnehmung und Gedanken verbunden mit Größenideen, dem ungezügelten Ausgeben von Geld und dem Beginn undurchführbarer Projekte.

Symptome einer depressiven Episode sind:    

  • gedrückte Stimmung
  • Interessenverlust, Freudlosigkeit
  • Antriebsschwäche, erhöhte Ermüdbarkeit
  • Verminderte Konzentration
  • Vermindertes Selbstwertgefühl
  • Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit
  • Negatives Gedankenkreisen und Pessimismus
  • Suizidgedanken oder –handlungen
  • Schlafstörungen
  • Verminderter Appetit, Gewichtsveränderung
  • Früherwachen mit Morgentief
  • Verlust des sexuellen Interesses

Bei der Bipolaren Störung treten beide Arten von Krankheitsepisoden im Wechsel oder auch im gemischten Modus auf, wobei zwischen den Episoden eine vollständige Besserung der jeweiligen Symptome auftritt. Die Häufigkeit und Dauer der jeweiligen Krankheitsepisoden sind sehr unterschiedlich.

Während depressiver oder manischer Episoden können auch psychotische Symptome auftreten in Form von z.B. Wahngedanken oder Halluzinationen.

Bipolare Störungen werden häufig erst nach mehreren Krankheitsepisoden, spätestens nach Auftreten manischer Symptome als solche diagnostiziert.

Die Behandlung von Menschen mit einer Bipolaren Störung beinhaltet in der SANIMA-Klinik neben der Reduktion der Symptome eine ausführliche Aufklärung über das Krankheitsbild, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten. Über die notwendige medikamentöse Behandlung wird transparent informiert. Die Medikation wird dem Verlauf angepasst, der Patient erhält Beratung über eine dauerhafte Einnahme als Langzeitprophylaxe.

Neben der Pharmakotherapie als wesentliche Säule der Behandlung von bipolaren Störungen legt die SANIMA Klinik Wert auf eine grundlegende Psychotherapie. Der Patient wird motiviert, sich mit seiner Erkrankung auseinanderzusetzen und seine weitere Lebensgestaltung auf den Umgang mit seiner dauerhaften Verletzlichkeit für diese Störung auszurichten. Ebenso werden die gesunden Anteile des Patienten in der Therapie in den Blickpunkt genommen wie auch vorhandene Ressourcen gefördert.

Ziel der Behandlung ist, dass sich der Patient mit Akzeptanz auf ein Leben mit seiner Verletzlichkeit für die bipolare Störung einstellen, dass Lebensqualität gesichert und  gewonnen werden und das Wiederauftreten von Krankheitsphasen langfristig vermindert werden kann.

Störungen aus dem schizophrenen Formenkreis

(Schizophrenie, schizoaffektive Psychosen, wahnhafte Störungen)

Die Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis sind durch grundlegende und charakteristische Störungen von Denken und Wahrnehmung sowie veränderten Affekten gekennzeichnet. Intellektuelle Fähigkeiten sind in der Regel nicht beeinträchtigt, im Krankheitsverlauf können sich jedoch Defizite in den Denkfähigkeiten entwickeln.

Behandelt werden alle Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis:

  • Schizophrenie
  • Schizotype Störung
  • Wahnhafte Störungen
  • Schizoaffektive Störungen

Charakteristisch für die Schizophrenie ist, dass die Einheit der eigenen Gedanken, Gefühle und Handlungen verloren geht. Der schizophrene Patient hat z.B. das Gefühl, dass etwas von außen an seinen Gedanken gemacht wird oder er sich sogar als ein ganz anderer Mensch erlebt.

Folgende Symptome kommen vor:

  1. Das Gefühl, dass eigene Gedanken laut werden, von außen eingegeben, entzogen werden oder sich ausbreiten.
  2. Wahngedanken, wie z.B. die Überzeugung, beeinflusst oder verfolgt zu werden.
  3. Möglich ist auch ein bizarrer Wahn, z.B. eine wichtige Persönlichkeit zu sein, die übermenschliche Kräfte oder Fähigkeiten besitzt.
  4. Häufig nimmt der Betroffene kommentierende oder dialogische Stimmen außerhalb seiner selbst wahr.
  5. Möglich sind anhaltende Halluzinationen jeder Sinnesmodalität,
  6. Gedankenabreißen, Zerfahrenheit in der Sprache, Danebenreden, etc..
  7. Selten treten Katatonie (Bewegungslosigkeit mit Erregung, erstarrte Körperhaltung etc.), Mutismus (Verlust der Sprache) und Stupor (Erstarrung, auf nichts mehr reagieren können) auf.
  8. Häufig zeigen sich sog, „Negativsymptome“ wie verflachter Affekt, Sprachverarmung, Apathie, sozialer Rückzug, verminderte soziale und berufliche Leistungsfähigkeit.

Die Störung beeinträchtigt alle psychischen Grundfunktionen des Menschen, nämlich das Wahrnehmen, das Denken, das Fühlen und das Handeln.

Die schizotype Störung ist charakterisiert durch exzentrisches Verhalten, Anomalien des Denkens und der Stimmung, die schizophren wirken, gleichwohl nie als eindeutige schizophrene Symptome aufgetreten sind.

Bei der schizoaffektiven Störung können sowohl depressive oder manische Episoden wie auch schizophrene Symptome in derselben Krankheitsphase auftreten.

Die wahnhafte Störung ist charakterisiert durch Entwicklung einzelner Wahnideen oder mehrerer aufeinander bezogener Wahninhalte, die im Allgemeinen lange andauern und manchmal lebenslang bestehen. Es handelt sich z.B. um einen Verfolgungswahn, einen hypochondrischen Wahn, einen Größenwahn, einen Querulantenwahn, einen Eifersuchtswahn oder einen Wahn, dass der eigene Körper deformiert sei.

Weitere psychopathologische Symptome finden sich bei dieser Störung meist nicht, depressive Symptome können aber zeitweilig auftreten.

Die Behandlung von Menschen mit Störungen aus dem schizophrenen Formenkreis umfasst in der SANIMA Klinik einerseits die psychiatrische Therapie mit Beratung und medikamentöser Therapie und andererseits die Psychotherapie.

Vorrangig, insbesondere im akuten Zustand ist zunächst die medikamentöse Behandlung mit einem Neuroleptikum und anderen unterstützenden Medikamenten. Der Patient wird ausführlich über die Medikation und ihre Wirkung aufgeklärt. Der behandelnde Arzt passt die Medikation, die in Akut-, Stabilisierungs- und Erhaltungsphase gegliedert ist, dem Verlauf und der Genesung des Patienten an.

Psychotherapeutisch benötigt der Patient zunächst einen verlässlichen Ansprechpartner, der ihn und seine Beschwerden ernst nimmt, bei dem er sich entlasten kann und durchlebte Krankheitsphasen benennen kann.

Nach einer ersten Stabilisierung wird in der Psychotherapie eine ausführliche Information (Psychoedukation) über das Krankheitsbild, die Symptomatik, Verlaufs- und Behandlungsmöglichkeiten angeboten. Der Patient soll eine hinreichende Aufklärung über die Bedeutung der Medikation und die Anpassung des Lebensstils auf den Umgang mit der Erkrankung erhalten. Er wird darin geschult, sein Belastungs- und Aktivitätsniveau der Verletzlichkeit und Störungsanfälligkeit anzupassen. Ebenso wichtig sind Fragen der Beziehungsgestaltung und des Umgangs mit belastenden Emotionen und Ereignissen.

Der Patient lernt Frühwarnzeichen seiner Erkrankung kennen und arbeitet einen Krisen- und Notfallplan aus, der bei Auftreten weiterer Symptome nach Entlassung helfen soll, eine adäquate und schnelle Behandlung der Symptome einzuleiten. Chronifizierung und weiteren Einschränkungen an Lebensqualität soll vorbeugt werden. Bei sozialen oder beruflichen Einbußen wird ein Kontakt mit entsprechenden Institutionen hergestellt.

Primäres Ziel der Behandlung in der SANIMA Klinik ist die Symptomreduktion, die Stabilisierung und die Vorbereitung auf den Umgang mit der Erkrankung im Alltag.

Beigebrauch von Suchtmitteln

(Alkoholmissbrauch, Medikamenten- oder Drogenmissbrauch)

Häufig liegt bei Menschen neben einer psychischen Störung auch ein Missbrauch von Suchtmitteln vor. Wir sprechen von einem schädlichen Beigebrauch von Alkohol, Medikamenten oder Drogen, der zu einer Gesundheitsschädigung führt. Die genannten Substanzen werden nicht selten als „Selbstmedikationsversuch“ ungesteuert eingesetzt, um die Symptome psychischer Störungen wie z.B. der Depression, der Angststörung oder anderer Störungen abzumildern.

Wenn sich in der Eingangsdiagnostik ein Missbrauch von Suchtmitteln zeigt, wird dieser in der Gesamttherapie mitbehandelt. Der Patient wird im körperlichen Zustand ärztlich beobachtet, um eine Abhängigkeit und ggfls. Entzugssymptome ausschließen zu können.

In der SANIMA Klinik erfolgt eine Aufklärung über den Missbrauch und seine Gesundheitsfolgen. Auslösende Bedingungen werden analysiert und psychotherapeutisch bearbeitet.

Der Patient wird zur Abstinenz von Suchtmitteln während der gesamten Behandlung verpflichtet. Er wird motiviert, diese Abstinenz beizubehalten. Der Patient kann in der Therapie alternative, gesunde Bewältigungsmöglichkeiten im Umgang mit schwierigen Situationen entwickeln. Im Verlauf auftauchende Schwierigkeiten mit der Abstinenz und Rückfalltendenzen werden benannt und therapeutisch bearbeitet.

Ziel der Behandlung ist eine dauerhafte Abstinenz von Suchtmitteln und ein weniger selbstschädigenden Umgang mit Krisen und Störungen.

Psychosomatische Erkrankungen

(Somatoforme und Konversionsstörungen)

Einige Erkrankungen mit erheblichen körperlichen Leidenszuständen sind psychogen mitverursacht. Dazu gehören chronische Schmerzstörungen (psychogener Rücken- oder Spannungskopfschmerz), somatoforme Funktionsstörungen (Reizdarm, Reizmagen, Reizblase), Migräne, Tinnitus, Bluthochdruck, Neurodermitis u.a..

Die Behandlung dieser Erkrankungen erfolgt in der SANIMA Klinik in einem integrierten Behandlungskonzept. Bei allen körperlichen Symptomen und Leidenszuständen ist die Linderung das primäre Ziel. Hierzu steht unseren Ärzten ein großes Spektrum medizinischer Einflussmöglichkeiten zur Verfügung. Mögliche organische Ursachen werden konsiliarisch auch mithilfe von kooperierenden Fachärzten anderer Fachrichtungen abgeklärt und mitbehandelt.

Patienten werden zunächst zur Selbstbeobachtung von Symptomen angeleitet (z.B. Migräne-Tagebuch, Schmerztagebuch etc.), in der Analyse von Auslösern wie auch und in der Suche nach Steuerungsmöglichkeiten unterstützt.

Daneben erhält der Patient die Möglichkeit, die psychischen Ursprünge und Zusammenhänge seiner Erkrankung zu erforschen, tieferliegende Bedürfnisse und Konflikte zu erkennen, zu spüren und den somatisierten Konflikt auf eine bearbeitbare Ebene zu heben. Das Finden von neuen Lösungen kann ebenso Teil der Therapie sein wie die Akzeptanz von Verletzlichkeit.

Ziel der Behandlung dieser Störungsgruppe ist es, mit körperlichen Symptomen umgehen, sie als Signal der Psyche wahrnehmen, verstehen und sie beeinflussen zu lernen.

Neurologische und internistische Begleiterkrankungen werden in der SANIMA Klinik mitbehandelt.

Kontraindikation

Patienten mit akuter Selbst- oder Fremdgefährdung, d.h. akut erregte und suizidale, sowie bettlägerige und erheblich pflegebedürftige Patienten können nicht in der SANIMA Klinik aufgenommen oder behandelt werden.